Nachlese

Und so war es in 2019:


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„Mit diesen Strategien starten Sie und Ihre GmbH 2019 durch”

Unter diesem Motto stand unser 17. Deutscher GmbH-Tag am 29. März 2019 in München.

Am 29. März 2019 fand zum nunmehr 17. Mal der Deutsche GmbH-Tag in München statt - wie üblich im Leonardo-Royal-Hotel. Bei herrlichem Frühlingswetter kamen wieder zahlreiche Geschäftsführer aus ganz Deutschland, um sich unter dem Motto “Mit diesen Strategien starten Sie und Ihre GmbH 2019 durch“ wertvolle Tipps und Anregungen zu holen.

 

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Standardgemäß eröffnete die 2019er-Tagung der Gilchinger Steuerberater und Moderator des Tages, Alfred Gesierich, der es souverän verstand, sein Publikum mit aktuellen Steuertipps zu überzeugen. Es gelang ihm auch dieses Jahr wieder, überraschende Gestaltungen zu schildern. Etwa, wie man die Steuer auf den Pkw-Privatanteil von 1 auf ¼ Prozent senkt oder die Schenkung von GmbH-Anteilen zu 85 Prozent steuerfrei bleibt. Darüber hinaus widmete er einen Großteil seines Vortrags der optimalen Altersvorsorge. Die Bandbreite reichte von den U-Kassen, über Pensionszusagen, dem richtigen Mix aus Aktien und ETFs bis zum Investment in Immobilien. Gesierich kam zu dem überraschenden Ergebnis, dass sich betriebliche Altersversorgung für sozialversicherungsfreie GmbH-Geschäftsführer wegen der überzogenen Kosten in aller Regel nicht lohnt - auch wenn alle Versicherungsvertreter das Gegenteil behaupten.

 

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Im Anschluss erläuterte der Schreinermeister und Unternehmen Frank Ackermann von der Georg Ackermann GmbH, wie er es schaffte, die kleine elterliche Schreinerei durch eine Digitalisierungsoffensive auch für Großaufträge „fit“ zu machen.  Ganz offen und ehrlich ging er dabei auch mit feiner Selbstironie darauf ein, dass er aus Fehlern lernte. Denn Aufträge der New Yorker Börse oder der Philharmonie Paris sind eben keine normalen Schreineraufträge. Mittlerweile ist das Unternehmen durch die Investitionen in Steuerungssoftware für große CNC-Maschinen zu einer der ersten Adressen für viele Architekten im In- und Ausland geworden, die außergewöhnlichen Formenbau benötigen. Selbstverständlich ist auch noch Platz für die ganz normalen Aufträge einer Schreinerei, wie Einbauregale und Küchen.

 

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Das Highlight des Programms war vor der Mittagspause Cem Karakaya, der Experte für Internetkriminalität beim Polizeipräsidium München. Sehr eloquent und mit dem entsprechenden feinfühligen Humor, zeigte er die Risiken im tagtäglichen Umgang mit dem Smartphone und Computer auf. Nicht die Technik sei in erster Linie das große Risiko für viele Firmen, sondern vielmehr seien dies die Mitarbeiter - aber auch der Chef selbst. Der gefährliche Glaube, man habe doch die Dinge im Griff, ist schon die erste Fehleinschätzung. Viele wollten nicht wirklich glauben, was man bereits jetzt alles über SIE und IHR Unternehmen weiß. Mit einem Augenzwinkern legte er immer wieder den Finger in die Wunde des leichtfertigen Umgangs mit den Sozialen Netzen, dem vermeintlichen Datenschutz in Deutschland und der Perfektion der Deutschen, die ihm als gebürtiger Türke (mit einem Schmunzeln) fremd sind. So mancher löschte anschließend seine Taschenlampen-App auf dem Smartphone …

 

Mit viel Stoff zum Nachdenken ging es in die Mittagspause - sehr verlockend gestaltet durch das Gourmet-Buffet des Leonardo-Royal-Hotel. Nach der Mittagspause, die viele Teilnehmer zum gemeinsamen Austausch mit Teilnehmern und auch Referenten nutzten, ging es in den 2. Teil des Programms.

/images/05_gmbh-tag-nachlese-2019.jpgDer Nachmittag begann mit einem immer wieder geäußerten Wunsch aus den letzten Jahren: Wie organisiere ich meine Nachfolge, wie übergebe ich mein Lebenswerk?

André Achtermeier, ein erfahrener Berater für die Unternehmensnachfolge, zeigte an vielen praktischen Beispielen, die fünf teuersten Fehler und Wertevernichter eines Lebenswerkes auf, wie und wo Unternehmer die besten Käufer und Nachfolger finden, wie man Risiken ausschalten und den höchsten Preis erzielen kann und, wie man seriös, diskret und sicher sein Unternehmen verkaufen kann. Eine Top-Vorbereitung auf den eigentlichen Prozess, zu der auch Fragen gehören: Was will ich verkaufen, was will ich vielleicht behalten und welche Rolle spiele ich danach? Bis hin zu einer professionellen Präsentation des Unternehmens sollte alles berücksichtigt sein. Erst dann geht es um die Einschätzung mit Multiplikatoren, Substanzwertverfahren oder Ertragswertverfahren. Am Ende eines jeden Verkaufsprozess geht es schlicht um eines: die Unterschrift – alles andere zählt nicht.

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Abgeschlossen wurde der 17. Deutsche GmbH-Tag von dem Wirtschaftsprüfer- und Steuerberater-Duo Gudrun Schlötterer und Matthias Roth, das auf eine langjährige Erfahrung mit mittelständischen Unternehmen und Konzernen zurückblicken kann.  Sie zeigten auf, dass die BWA kein Buch mit sieben Siegeln ist und viel mehr leisten kann als nur eine komprimierte Form der in der Buchführung verarbeiteten Daten, die dann nach betriebswirtschaftlichen Aspekten zusammengefasst werden. So sind zahlreiche Zusatzauswertungen möglich, wie Wertenachweise, Controlling Reports, Zeitreihen, Betriebswirtschaftlicher Kurzbericht (BKB) und vieles mehr. Aufgezeigt an zahlreichen Praxisbeispielen wurde schnell klar: Der Steuerberater kann viel mehr Informationen standardmäßig aufbereiten, um das eigene Unternehmen noch besser analysieren zu können. Ein Muss z. B. für die Gespräche mit Banken und anderen Verhandlungspartnern.


Beladen mit umfangreichem Begleitmaterial, Informationen und unzähligen praktischen Tipps verabschiedete der Moderator und Steuerberater Alfred Gesierich die Teilnehmer in ein sonniges Wochenende mit dem Hinweis auf die nächstjährige Veranstaltung.

 


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