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13.07.2006

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Bankgespräch: Was ist die „Vorfinanzierungsdauer“?

Um beim Gespräch mit Ihrem Banker eine gute Figur zu machen, sollten Sie wichtige Begriffe aus der Bilanzanalyse kennen. Einer ist die „Vorfinanzierungsdauer“.

Diese Frage beantwortet die Vorfinanzierungsdauer: Wie lange müssen Sie Ihren Umsatz vorfinanzieren - von der Bezahlung der Lieferantenrechnung bis Sie das Geld von Ihren Kunden wieder auf Ihrem Konto haben?

3 Faktoren gehen in die Vorfinanzierungsdauer ein: das Lieferantenziel, der Lagerumschlag und das Zahlungsziel Ihrer Kunden.

1. Lieferantenziel: Hier wird in Tagen angegeben, wie viel Zeit Sie haben, um Ihren Wareneingang zu bezahlen. Um so kürzer ist die Vorfinanzierungsdauer. Dividieren Sie die durchschnittlichen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen durch Ihren Wareneingang. Wenn Sie also beispielsweise einen Wareneingang von 600.000 Euro im Jahr haben und durchschnittliche Lieferschulden von 50.000 Euro, entspricht das in etwa dem Wareneinkauf von einem Monat. Das Lieferantenziel ist damit 30 Tage.

2. Lagerumschlag: Hier wird Ihr Lagerbestand durch den Umsatz dividiert. Beispiel: Sie machen 1,2 Millionen Umsatz und Ihr Lagerbestand ist 400.000 Euro. Das entspricht etwa einem Drittel oder ca. 120 Tagen.

3. Kundenziel: Hier geht es darum, wie lange Sie durchschnittlich warten müssen, bis ein Kunde zahlt, z. B. 30 Tage.

Vorfinanzierungsdauer: Diese ergibt sich aus der Summe von Lagerdauer und Kundenziel abzüglich des Lieferantenziels. In unserem Beispiel wären das 120 Tage Lagerdauer plus 30 Tage Kundenziel minus 30 Tage Lieferantenziel. Das ergibt per Saldo eine Vorfinanzierungsdauer von 120 Tagen.

Fazit: Verkürzen Sie die Vorfinanzierungsdauer. Sie sparen so nicht nur Soll-Zinsen, sondern Sie erhöhen auch Ihre Liquidität und Ihren Handlungsspielraum.


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