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10.10.2019

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Welche Steueränderungen der Bundesrat für 2020 fordert

Das Bundeskabinett hatte im Juli 2019 ein umfangreiches Jahressteuergesetz 2019 (streng genommen heißt es „Gesetz zur Förderung der Elektromobilität“) vorgelegt. Nun hat der Bundesrat zahlreiche am 20.9.2019 Änderungswünsche vorgetragen. (Bundesrats-Drucksache 356/19)

GWG-Grenze 1.000 Euro: Nachdem die Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter 50 Jahre lang gleichgeblieben war und erst 2018 auf 800 Euro angehoben wurde, soll sie nach dem Willen des Bundesrats ab 2020 schon wieder angehoben werden – und zwar auf 1000 Euro.

Abschaffung der 10-Tage-Regelung: Freiberufler und Kleinunternehmer sollen bei ihrer Einnahmen-Überschuss-Rechnung eigentlich streng auf Zufluss und Abfluss von Zahlungen achten. Es gibt jedoch diverse komplizierte Ausnahmeregelungen bei Zahlungseingängen oder Abflüssen kurz vor oder nach dem Jahresende. Diese sogenannte „10-Tage-Regelung“ soll abgeschafft werden.

Änderungen für GmbH-Gesellschafter: Der ursprüngliche Gesetzesentwurf enthielt gute und schlechte Änderungen für GmbH-Gesellschafter, die ihren GmbHs Darlehen gewährt haben. Gegen diese Änderungen hat der Bundesrat Bedenken. Nach Wunsch des Bundesrates soll es doch dabeibleiben, dass man verlorene Darlehen absetzen kann.

Weniger Bürokratie und mehr Steuern für Weihnachtsfeiern: Für Betriebsveranstaltungen gilt die Regelung, dass Sie bis 110 Euro Kosten pro Arbeitnehmer keine Lohnsteuern zahlen müssen. Bei Lohnsteuerprüfungen werden allerdings häufig Teilnehmerlisten verlangt. Und hier geraten die Arbeitgeber dann regelmäßig ins Rudern. Hier soll nun ein Wahlrecht eingeführt werden: Verzicht auf Teilnehmerlisten, aber dafür 25 Prozent Pauschalsteuer auf die kompletten Kosten der Betriebsveranstaltungen - ohne Freibetrag. Oder weiterhin die 110-Euro-Grenze nutzen, aber dafür das Theater mit den Teilnehmerlisten mitmachen.

Benzingutscheine: In letzter Minute vom Bundeskabinett gestrichen worden waren die Einschränkungen für Gutscheinlösungen bei der 44-Euro-Freigrenze, diese Einschränkungen will der Bundesrat nun doch wieder drin haben.

Billigere Mieten steuerlich möglich: In Anbetracht der steigenden Mieten sollen Vermieter nur noch dann steuerlich „bestraft“ werden, wenn sie weniger als 50 Prozent der ortsüblichen Miete verlangen (statt bisher schon unter 66 Prozent)

Übungsleiterpauschale: Diese gilt z.B. für hobbymäßige Fußballtrainer oder Chorleiter. Sie soll von 2.400 auf 3.000 Euro angehoben werden. Die Ehrenamtspauschale von 720 auf 840 Euro.
Pauschalsteuer für Arbeitnehmer-Wohnungen: Wer Wohnungen verbilligt an Arbeitnehmer überlässt, soll das mit 25 Prozent pauschalieren können.

Der reduzierte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent soll auf elektronische Bücher ausgedehnt werden.

Die Kleinunternehmergrenze soll von 17.500 auf 21.400 Euro angehoben werden. Die so genannte ISt-Besteuerung bei der Umsatzsteuer soll von 500.000 auf 600.000 Euro angehoben werden.

 


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