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18.11.2005

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Große Koalition der Steuer-Erhöher: Das kommt jetzt auf Sie zu

Die rot-schwarze Koalition startet mit einem verfassungswidrigen Haushalt, den man als besonders „ehrlich“ verkaufen will, sowie massiven Steuererhöhungen. Natürlich war von dieser Giftliste vor der Wahl nie die Rede.

Besonders schade: Die Mehrwertsteuer-Erhöhung um drei Prozent ab 2007 wird nicht - wie von Angela Merkel vor der Wahl versprochen ` ausschließlich zur Absenkung der Lohn-Nebenkosten verwandt, sondern vor allem zum Stopfen von Haushaltslöchern.

Die einzige Verbesserung: Die degressive Abschreibung soll von derzeit 20 auf 30 Prozent erhöht werden ` womöglich schon ab 2006 (s. auch S. 4 dieser Ausgabe).

Einige Verschärfungen kommen schon zum 01.01.06

Eigenheimzulage: Bereits Anfang 2006 soll die Eigenheimzulage wegfallen. Aller Voraussicht nach wird es Bestandsschutz für diejenigen geben, die noch bis Ende 2005 gekauft oder gebaut haben.

Ebenfalls schon 2006 gilt: Die Freibeträge für Abfindungen und Übergangsgelder fallen weg. Tipp: Problematische Entlassungen und Aufhebungsverträge schnell noch im Dezember 2005 abwickeln!

Private Steuerberatungs-Kosten: Diese können Sie ab 2006 nicht mehr geltend machen. Absetzbar bleiben Steuerberatungskosten in direktem Zusammenhang mit Einnahmen (z. B. Betrieb, Vermietung).

Degressive Gebäudeabschreibung: Die 5-prozentige Abschreibung fällt ab 2006 weg.

Ab sofort gilt: Verluste aus Steuersparmodellen (z. B. Medien-, Windkraftfonds, Schiffsbeteiligungen) können Sie - aller Wahrscheinlichkeit nach - nur noch dann geltend machen, wenn Sie vor dem 11.11.05 unterschrieben haben.

Richtig hart wird’s 2007

Pendlerpauschale: Die 30 Cent je Entfernungskilometer können nur noch Pendler mit mehr als 20 Kilometern Fahrtstrecke ansetzen. Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag bleibt weiter bei 920 Euro.

Sparerfreibetrag: Der sinkt von 1.370 auf 750 Euro (Verheiratete 1500 Euro statt 2.740 Euro).

Freibeträge: Ersatzlos gestrichen werden 2007 die Freibeträge für Heirats- und Geburtshilfen.

Häusliches Arbeitszimmer: Dieses darf von 2007 an nur noch dann steuerlich abgesetzt werden, wenn es Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit ist. Das Argument „Ich verbringe 50 Prozent meiner Arbeitszeit im Arbeitszimmer“ bringt dann steuerlich nichts mehr.

Steuerfreiheit für Zuschläge bei Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit: Sie bleibt erhalten. Die Sozialversicherungs-Befreiung wird hier aber auf einen Stundengrundlohn von 25 Euro begrenzt.

Kindergeld: Das soll es nur noch bis zum 25. Lebensjahr geben (bisher 27 Jahre).

Mehrwertsteuersatz: Der Mehrwertsteuersatz wird 2007 von 16 auf 19 Prozent steigen. Der Katalog der ermäßigt besteuerten Güter bleibt aber. Somit werden Hundefutter, Pornozeitschriften und Kaviar weiterhin mit 7 Prozent Mehrwertsteuer begünstigt, obwohl es dafür keine sachlichen Gründe gibt.

Die so genannte Reichensteuer: Diese betrifft ab 2007 DM-Einkommensm-Millionäre (Einkommen über 500.000 Euro, Ledige die Hälfte). Für Einkommensteile, die über dieser Grenze liegen, gilt ein Steuersatz von 45 statt 42 Prozent. Für Einkünfte aus Gewerbebetrieb bleibt es aber voraussichtlich bei 42 Prozent.

Verkauf von Immobilien und Aktien: Hier sollen private Veräußerungsgewinne voraussichtlich vom Jahr 2007 an pauschal mit 20 Prozent besteuert werden - und das ohne zeitliche Beschränkung. Handeln sollten bis Ende 2006 vor allem Besitzer von alten Immobilien, die seit Anschaffung stark im Wert gestiegen sind. Genaue Einzelheiten stehen im Moment noch nicht fest.

Erst 2008 kommt die Unternehmensteuer-Reform

Im März 2005 hatten sich die Union und SPD in einem so genannten „Jobgipfel“ darauf verständigt, den GmbH-Steuersatz von 25 auf 19 Prozent abzusenken. Das ist jetzt vom Tisch.

2008 soll eine „große Unternehmenssteuer-Reform“ kommen mit einer Gleichbehandlung von Personen- und Kapitalgesellschaften. Dies war freilich 2001 schon einmal vorgesehen, wurde aber nie umgesetzt.

Erbschaftsteuer: Sie soll entfallen, wenn der Nachfolger die Firma mindestens zehn Jahre fortgeführt hat. Gibt er die Firma vorher ab, wird die Steuer zumindest zeitanteilig reduziert.

IZW bleibt für Sie am Ball und informiert Sie umgehend über Ausweichgestaltungen, sobald die Einzelheiten der Gesetzesentwürfe vorliegen.


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