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27.10.2005

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Betriebsprüfung: Wie Sie Steuernachforderungen abmildern

Bei GmbH-Betriebsprüfungen wird besonderes Augenmerk darauf gelegt, ob Vereinbarungen zwischen der GmbH und ihrem Gesellschafter-Geschäftsführer auch genau eingehalten werden. Wenn nicht, kann das teuer werden. Ein erfreuliches Urteil der obersten Finanzrichter hierzu wurde nun veröffentlicht:

Bei GmbH-Betriebsprüfungen forscht der Prüfer oft nach, ob alle Verträge vorliegen, und ob diese auch wie vereinbart durchgeführt wurden.

Wehe, wenn es hier Abweichungen gibt: Wird eine Gehaltsvereinbarung nicht wie vereinbart durchgeführt, verwirft der Prüfer diese meist in Bausch und Bogen. Dann wird der GmbH-Gewinn um das gesamte Geschäftsführer-Gehalt erhöht, und es werden entsprechend Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer nachgefordert.

Hier drückt das oberste Gericht nun auf die Bremse: Wenn ein Vertrag nur zeitweise nicht ordentlich durchgeführt wird, dann liegt auch nur für diesen Zeitraum eine „verdeckte Gewinnausschüttung“ vor. Für den restlichen Zeitraum ist alles in Ordnung. (Rechtsgrundlage: BFH, 15.12.04, GmbHR 05, 940 ) 

Beispiel: Herr Karl ist Gesellschafter-Geschäftsführer der Karl-GmbH. Sein Anstellungsvertrag sagt ihm 5.000 Euro Monatsgehalt zu. In den Jahren 2001 und 2003 wurde ihm das Gehalt wie vereinbart monatlich ausgezahlt, für das Jahr 2002 aber erst nach Jahresende in Höhe von 60.000 Euro insgesamt.

Der Betriebsprüfer sagt: Die Gehaltsvereinbarung ist nicht wie vereinbart durchgeführt. Er erhöht den GmbH-Gewinn der Jahre 2001 bis 2003 um jeweils 60.000 Euro.

Nach dem neuen Urteil gilt jedoch: Nur 2002 wurde geschlampt. Deshalb darf der Prüfer nur den Gewinn des Jahres 2002 erhöhen. Die Jahre 2001 und 2003 sind in Ordnung. Diese darf er nicht antasten.

Fazit: Wird eine Vereinbarung zwischen GmbH und Gesellschafter zeitweise nicht ordnungsgemäß durchgeführt, dann liegt eine steuerlich schädliche „verdeckte Gewinnausschüttung“ auch nur für diesen Zeitraum vor.


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