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04.08.2014

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Reduzierte Offenlegung zu Unrecht nutzen: Was sind die Folgen?

Seit dem Bilanzjahr 2012 müssen „Kleinst“-Kapitalgesellschaften (Faustregel: bis 700.000 Euro Umsatz) den Jahresabschluss nicht mehr offenlegen, sondern nur noch beim Unternehmensregister hinterlegen. Außerdem darf man den Anhang weglassen (§ 267a HGB).

Vorteil: Das senkt die Kosten und schreckt Neugierige ab. Denn man kann nicht mehr einfach so per Mausklick anonym und kostenlos in Ihrer Bilanz schnüffeln, weil die Einsicht in eine hinterlegte Bilanz nur auf Antrag möglich ist und 4,50 Euro kostet.

Das hört sich verlockend an, auch für zu große Gesellschaften: Angenommen, eine GmbH oder GmbH & Co KG hat eine Million Euro Umsatz (statt der vorgeschriebenen maximal 700.000 Euro) und zwölf (statt maximal zehn) Mitarbeiter, dann kann sie die erleichterten Vorschriften des Mikrobilanzgesetzes nicht nutzen.

Wenn sie es aber trotzdem tut, was wäre die Folge? Sie hätte dann ihre Offenlegungspflichten nicht erfüllt, und wenn das Bundesamt für Justiz das merkt, wird es sie auffordern, das nachzuholen, was eine kostenpflichtige Mahnung mit 103,50 Euro Gebühr (seit 2014) auslöst.

Selbst solch eine Mahnung ist jedoch unwahrscheinlich: Denn woher will das Bundesamt wissen, dass der Umsatz über 700.000 Euro liegt? Den Umsatz muss man ja auch als „kleine Kapitalgesellschaft“ bisher nicht veröffentlichen. Der Verstoß (Hinterlegung statt Offenlegung) dürfte vermutlich folgenlos bleiben – im Gegensatz zur kompletten Nichtveröffentlichung, die ein Computer automatisch bemerken und abmahnen kann.

Nebenwirkung: Fachkundige Unternehmensregister-Leser könnten annehmen, dass die betreffende Gesellschaft nicht einmal 700.000 Euro Umsatz schafft, weil sie ihre Bilanz nicht offengelegt hat. Wenn ihr das egal ist, dann dürfte die Hinterlegung in diesem Fall eine relativ gefahrlose Methode sein, der totalen Publizität, wie sie seit 2007 gilt, zu entgehen. Das Risiko beläuft sich auf 103,50 Euro.


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