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04.03.2014

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Was Sie bei Gesellschafterdarlehen beachten sollten

Vermeiden Sie unverzinsliche Darlehen: Wenn die Restlaufzeit mindestens ein Jahr beträgt, müssen solche Darlehen mit 5,5 Prozent abgezinst werden. Beispiel: X gibt der X-GmbH ein Darlehen über 100.000 Euro zinslos. Es läuft bis 31. Dezember 2014. In der Bilanz zum 31. Dezember 2013 muss es mit 94.500 Euro bilanziert werden, die Differenz ist Gewinn in 2013. 2014 gleicht sich das dann wieder aus. Besonders schlimm sind Darlehen mit unbestimmter Laufzeit. Das passiert, wenn der Gesellschafter einfach so Geld in die GmbH hineingibt. Dieser Wert wird dann fast halbiert (genau: mit 51,15 Prozent angesetzt), was zu einem enormen Gewinn führt. Ein 500.000-Euro-Darlehen führt so zu 244.250 Euro fiktivem Gewinn, auf den Steuern zu zahlen sind.

Extra Gemeinheit bei Betriebsaufspaltung: In der GmbH-Bilanz muss das Darlehen abgezinst werden, in der Besitzgesellschaft darf es nicht abgezinst werden (Schmidt-Kommentar § 6 EStG; Rz 296 und BFH, 24.10.12, I R 43/11, DStR 13, 21).

Unterschiedliche Handhabung in Handels- und Steuerbilanz: In der Steuer­bilanz muss ein unverzinsliches Darlehen abgezinst werden, in der Handelsbilanz darf es nicht abgezinst werden (Beck Bilanz Kommentar § 253 Rz. 63). Ein unverzinsliches Darlehen kann Ihnen dann auch noch zusätzliche Kosten verursachen, weil Sie getrennte Handels- und Steuer­bilanz brauchen. Fazit: Ein Prozent Zinsen vereinbaren, und Sie haben all diesen Ärger vermieden.

Ein Gesellschafterdarlehen sollte man stets „kapitalersetzend“ machen: Denn solche Darlehen erhöhen im Fall einer GmbH-Pleite den Auflösungsverlust in voller Höhe. Um als kapitalersetzend gewertet zu werden, muss das Darlehen entweder schon in einer Krise der GmbH gewährt werden oder, wenn es zu gesunden Zeiten gewährt wird, muss zu Beginn schon der Rangrücktritt vereinbart werden.

Tipp: Damit man nicht vergisst, stets diesen Rangrücktritt zu vereinbaren, sollte per Gesellschafterbeschluss ein genereller Rangrücktritt festgelegt werden und zwar wie folgt: „Für alle bereits oder künftig gewährten Gesellschafterdarlehen wird der folgende Rangrücktritt zwischen der GmbH und den Darlehensgebern (= Gesellschaftern) vereinbart: Der Darlehensgeber verzichtet schon jetzt unwiderruflich auf die Geltendmachung seiner Darlehensforderungen gegen die XY GmbH, bis die Insolvenzgefahr der Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit nachhaltig beseitigt ist.“


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