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02.12.2013

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Wir wollen unserer Tochter ein Haus schenken

E-Mail von Konstantin F. aus Marktoberdorf an die Redaktions-Hotline: „Wir wollen unserer Tochter ein Haus schenken (Wert: etwa eine halbe Million Euro). Sie ist mit einem Mann verheiratet (gesetzlicher Güterstand), gegen den wir zwar nichts haben. Wir wollen aber vermeiden, dass ihm nach einer Scheidung plötzlich das halbe Haus gehört.“

IZW antwortet: Da können wir Sie beruhigen. Der gesetzliche Güterstand bedeutet entgegen einem weitverbreiteten Irrtum nicht, dass beiden Ehegatten alles zur Hälfte gehört.

Der gesetzliche Güterstand heißt: Gütertrennung. Jedem gehört sein Eigentum, nur eben mit der Besonderheit, dass bei Ende der Ehe (Tod oder Scheidung) der Zugewinn („der Betrag, um den das Endvermögen eines Ehegatten das Anfangsvermögen übersteigt“/§ 1373 BGB) ausgeglichen wird. Was man erbt oder geschenkt bekommt, bleibt hier aber außen vor, denn es wird dem Anfangsvermögen des Ehegatten hinzugerechnet (§ 1374 Absatz 2 BGB). Wohl aber geht die zukünftige Wertsteigerung in den Zugewinn ein.

Beispiel 1: Sie schenken Ihrer Tochter das Haus (Wert: ca. eine halbe Million) im Dezember 2013, kurz darauf wird die Ehe geschieden. Der Mann bekommt von dem Wert des Hauses keinen Cent.

Beispiel 2: Sie schenken das Haus (Wert: ca. eine halbe Million) im Dezember 2013, die Ehe wird 2018 geschieden. Das Haus ist bis dahin auf eine Million im Wert gestiegen (echte Wertsteigerung ohne Inflationsauswirkung unterstellt). Das bedeutet eine halbe Million Zugewinn, von dem die Hälfte dem Mann zusteht. Falls die „Wertsteigerung“ nur auf Inflation beruhen sollte, wird das eliminiert, indem das Anfangsvermögen auf das Preisniveau bei der Scheidung hochgeschleust wird.

Tipp: Bedenken Sie auch, dass dem Mann beim Tode Ihrer Tochter ein gesetzliches Erbrecht als Ehegatte zusteht. Wenn Sie das vermeiden wollen, vereinbaren Sie entweder eine notarielle Rückfallklausel an sich selbst („Haus fällt bei Vorversterben der Tochter an den Schenker zurück“) oder Sie ordnen eine Nacherbschaft an (z. B.: „Haus wird direkt an die Enkelkinder weitervererbt“).

Bedenken Sie bei alldem aber bitte, dass das Erbrecht komplex ist und Sie sich daher von einem Notar oder guten Rechtsanwalt beraten lassen sollten.


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