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15.01.2004

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EXTRA: Steueränderungen 2004

Das Erfreuliche vorweg - denn das ist schnell abgehandelt: 2004 sinkt der Spitzensteuersatz in der Einkommensteuer auf 45 Prozent (2003: 48,5 Prozent) und der Eingangssteuersatz auf 16 Prozent (2003: 19,9 Prozent). Zugleich wird der Grund-freibetrag 2004 auf 7664 Euro angehoben. Der ursprüngliche Plan, den Spitzensteuersatz schon 2004 auf 42 Prozent zu senken, soll nun erst 2005 umgesetzt werden.

Deutlich länger ist leider die Liste der Steuerverschärfungen, mit denen wir uns diese Entlastung erkaufen …

Haushaltsfreibetrag: Der Haushaltsfreibetrag entfällt ab 2004 und wird durch einen Entlastungsbetrag für „echte“ Alleinerziehende (Haushaltsgemeinschaft von Alleinerziehenden mit minderjährigen Kindern) in Höhe von 1308 Euro ersetzt. Werbungskosten-Pauschbetrag: Er wird von 1044 auf 920 Euro gekürzt. Sparerfreibetrag: Der Freibetrag im Bereich der Einkünfte aus Kapitalvermögen (ledig/verheiratet) wird auf 1370/2740 Euro (bisher 1550/3100 Euro) abgesenkt. Der zusätzliche Pauschbetrag von 51/102 Euro für Werbungskosten bleibt.

Bei der Eigenheimzulage gibt es folgende Kürzungen:

                                           Bau/Kauf bis 2003       Bau/Kauf ab 2004

Zulage Neubauten                 8 x 2556 Euro             8 x 1250 Euro
Zulage Altbauten                   8 x 1278 Euro             8 x 1250 Euro
Kinderzulage                        767 Euro                     800 Euro
Einkommensgrenze Ledige*  81 807 Euro                70 000 Euro
Einkommensgrenze Verh.*   163 614 Euro               140 000 Euro
Erhöhung Grenze je Kind      30 878 Euro                30 000 Euro   
*im Bezugsjahr + Vorjahr zusammengerechnet 

Wann gilt bei der Eigenheimzulage altes bzw. neues Recht? Kaufen Sie ein fertiges Haus, so ist der Notartermin maßgeblich. Beim Neubau ist der Baubeginn (= Stellung des Bauantrags) maßgeblich.

Entfernungspauschale: Die Entfernungspauschale wird ab dem 1. Januar 2004 auf den einheitlichen Satz von 30 Cent (statt bisher 36/40 Cent) je Entfernungskilometer gekürzt. Obergrenze pro Jahr: 4500 Euro (keine Obergrenze bei Pkw-Nutzung).

Achtung Arbeitgeber bei Fahrtkostenzuschüssen: Zahlen Sie Fahrtkostenzuschüsse, so müssen Sie die reduzierte Pendlerpauschale beachten. Hatten Sie bisher die Höchstgrenze ausgeschöpft, müssen Sie also jetzt kürzen, sonst fällt Lohnsteuer an.

Steuerfreie Jobtickets abgeschafft: Sie können Fahrkarten nicht mehr steuerfrei ersetzen, sondern müssen jetzt 15 Prozent Pauschalsteuer auf den Kostenersatz abführen. Voraussetzung: Sie erstatten maximal die Pendlerpauschale in Höhe von 30 Cent je Kilometer und Tag.

Abfindungen an Arbeitnehmer: Wegen einer vom Arbeitgeber veranlassten oder gerichtlich ausgesprochenen Auflösung des Dienstverhältnisses sind Abfindungen bis zu 7200 Euro steuerfrei (bisher 8181 Euro). Bei 50-Jährigen mit 15 Dienstjahren sind 9000 Euro und bei 55-Jährigen mit 20 Dienstjahren 11 000 Euro steuerfrei.

Jojo bei den Sachbezügen: Die monatliche Freigrenze - erst 2002 von 50 Mark auf 50 Euro angehoben - sinkt auf 44 Euro im Monat. Vorsicht Benzingutscheine: Da wir hierzu immer wieder Leseranfragen erhalten: Benzingutscheine, die auf einen bestimmten Euro-Betrag lauten, will die Finanzverwaltung schon seit April 2003 nicht mehr akzeptieren. („GmbH-Geschäftsführer pesönlich“ vom 06.03.03)

Belegschaftsrabatte: Der Rabattfreibetrag für den Belegschaftseinkauf sinkt von 1.224 Euro auf 1080 Euro im Jahr. Prämien bei Hochzeit des Arbeitnehmers bzw. Geburt eines Kindes: Diese sind künftig nur noch bis zu einem Betrag von 315 Euro steuerfrei (bisher 358 Euro).

Verbilligte Wohnungs-Vermietung: Wenn Sie Wohnraum verbilligt vermieten und trotzdem die vollen Werbungskosten absetzten wollen, müssen Sie mindestens 56 Prozent (bisher 50 Prozent) der Marktmiete verlangen. Ab 2004 gelten aber in Verlustfällen strengere Regeln. Wer bei seinem Mietverhältnis Verluste macht, muss mindestens 75 Prozent der Miete verlangen, sonst werden ihm seine Werbungs-kosten anteilig gekürzt. Nur in Überschussfällen genügt die 56-Prozent-Grenze. (Fundstelle: BFH 05.11.02, BStBl. 2003 Teil II, S. 646)

Die degressive Gebäude-Abschreibung für Mietwohnbauten sinkt bei Kauf bzw. Bau ab 2004 wie folgt: In den ersten zehn Jahren jeweils vier Prozent (bislang acht x fünf Prozent), in den darauf folgenden acht Jahren jeweils 2,5 Prozent und in den darauf folgenden 32 Jahren jeweils 1,25 Prozent.

Baudenkmäler: Für Gebäude, die als Baudenkmäler anerkannt sind, wird der Abschreibungssatz von bislang zehn Prozent in den ersten zehn Jahren auf neun Prozent in den ersten acht Jahren und sieben Prozent für die darauf folgenden vier Jahre reduziert. Dies gilt für Baumaßnahmen ab 2004. Bei selbst genutzten Baudenkmälern wird der Sonderausgabenabzug für entsprechende Aufwendungen auf neun Prozent für zehn Jahre reduziert, sodass insgesamt maximal 90 Prozent der Aufwendungen für Baumaßnahmen steuerlich geltend gemacht werden können.

Sanierungsgebiete: Die erhöhte Absetzung bei Gebäuden in Sanierungsgebieten wird von bislang zehn Prozent in den ersten zehn Jahren auf neun Prozent in den ersten acht und sieben Prozent für die vier folgenden Jahre reduziert.

Abschreibungen: Die bisherige Halbjahresregelung bei der Abschreibung beweglicher Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens (AfA) wird ab 2004 gestrichen. Stattdessen muss Ihre GmbH die AfA jetzt monatsgenau berechnen.

Bewirtung von Geschäftsfreunden: Diese Kosten sind nur noch zu 70 Prozent abzugsfähig (bisher 80 Prozent).

Geschenke: Die Grenze für betrieblich veranlasste Geschenke beträgt künftig 35 Euro pro Kopf und Jahr (bisher 40 Euro). Schenkt die GmbH ihrem Geschäftspartner in einem Jahr Geschenke im Wert von mehr als 35 Euro, kann sie gar nichts absetzen, nicht einmal 35 Euro.

Anteilsverkauf: Verkaufen Sie Ihre GmbH-Anteile, erhalten Sie - eine hundertprozentige Beteiligung unterstellt - einen Freibetrag von 9060 Euro (bisher 10 300 Euro). Dieser Freibetrag vermindert sich um den Veräußerungsgewinn, welcher 36 100 Euro (bisher 41 000) übersteigt.

Erbschaft- und Schenkungsteuer bei Betriebsvermögen und Anteilen an Kapitalgesellschaften: Der Freibetrag sinkt von 256 000 auf 225 000 Euro, der Bewertungsabschlag von 40 auf 35 Prozent. Die Tarifbegünstigung wird auf 88 Prozent begrenzt.

 


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