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15.01.2004

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Kleine GmbH: Wie hoch darf das Geschäftsführer-Gehalt sein?

Ein ständiges `rgernis bei der Suche nach dem „angemessenen Geschäftsführergehalt“ ist, dass es hierfür keine bindenden Richtlinien oder feste Rechenregeln gibt.

Eine gute Orientierung bieten die „Kienbaum“-Untersuchungen: Wer sich daran hält, hat in der Regel kein Problem mit dem Finanzamt. Schwierig wird es aber, wenn in einer kleinen GmbH zwei Geschäftsführer tätig werden, die Kienbaum-Statistik bei ihren Berechnungen jedoch von nur einem Geschäftsführer ausgeht.

Folgender Fall: Eine Raumausstatter-GmbH wurde von zwei Gesellschafter-Geschäftsführern betrieben. Die Umsätze der GmbH lagen zwischen 800 000 und 1,1 Mio. DM pro Jahr. Beide Geschäftsführer bezogen ein Gehalt von je 130 000 DM, was fast den ganzen Gewinn absaugte. Das Finanzamt stufte deshalb einen Teil der Gehälter als überzogen ein und strich den Betriebsausgabenabzug. Das später zu Hilfe gerufene Finanzgericht fand dann auch noch den zweiten Geschäftsführer generell überflüssig: Ein Geschäftsführer und ein leitender Angestellter sollten ausreichen. Deshalb wurde vom Gehalt des zweiten Geschäftsführers ein 25-prozentiger Abschlag vorgenommen.

Dem schob der Bundesfinanzhof einen Riegel vor: Man könne nicht so einfach sagen, dass in einer kleinen GmbH nur ein Geschäftsführer notwendig sei und der zweite deshalb nur das Gehalt eines leitenden Angestellten beziehen dürfe. Wenn es gute Gründe gäbe (z. B. Aufteilung auf kaufmännische und technische Leitung), könnten durchaus zwei Geschäftsführer angemessen sein.

Die Bäume dürfen allerdings nicht in den Himmel wachsen: Die Richter wiesen darauf hin, dass die Gehaltsuntersuchungen von Kienbaum in der Regel die Gesamtvergütung aller Geschäftsführer auswiesen. Insbesondere bei kleinen GmbHs müsse man daher einen Abschlag machen, wenn zwei oder gar noch mehr Geschäftsführer vorhanden seien. Man könne also nicht einfach das „angemessene Gehalt“ laut Tabelle mit der Anzahl der Geschäftsführer vervielfältigen. (Fundstelle: BFH, 04.06.03, DStR 03, 1789)

Fazit: Führen Sie eine kleine GmbH gemeinsam mit einem Geschäftsführerkollegen, können Sie nicht einfach für jeden der beiden 100 Prozent des statistisch „angemessenen Gehalts“ festsetzen. Sie müssen sich aber auch nicht vom Finanzamt bieten lassen, dass einer der beiden Geschäftsführer zum „normalen Angestellten“ herabqualifiziert und sein Gehalt entsprechend gekürzt wird. Das ist zu pauschal.


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