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30.05.2013

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Fehler in der Steuererklärung

E-Mail von Werner S. aus Frankfurt/M. an die Redaktions-Hotline: „Wir haben unsere private Steuererklärung selber gemacht und dummerweise vergessen, eine teure Zahnbehandlung für 9.000 Euro anzugeben. Der Steuer­bescheid ist schon vor sechs Wochen gekommen. Kann man da jetzt noch was machen?"

IZW antwortet: Kommt darauf an. Das Einfachste wäre, wenn der Steuer­bescheid unter „Vorbehalt der Nachprüfung nach § 164 Abgabenordnung“ steht. Dann können Sie noch vier Jahre lang etwas nachmelden. Fehlt dieser Vorbehalt auf Ihrem Bescheid, sieht es schlecht für Sie aus, weil die Einspruchsfrist (ein Monat ab Bekanntgabe) abgelaufen ist. Zwar können Steuer­bescheide geändert werden, wenn neue Tatsachen bekannt werden, aber in diesem Fall wird Ihnen das Finanzamt „grobes Verschulden“ vorwerfen und die Änderung ablehnen.

Wenn Sie beim Eingang des Bescheids so krank gewesen wären, dass Sie Ihre Post nicht hätten bearbeiten können, könnten Sie „Wiedereinsetzung in den vorigen Stand“ beantragen (§ 110 Abgabenordnung). Das Finanzamt prüft diese Voraussetzungen in einem solchen Fall sehr streng.

Zwei rein hypothetische Fälle, die mit Ihrem Bescheid nichts zu tun haben:

  1. Steuerbescheid nie erhalten: Dann hat natürlich die Einspruchsfrist gar nicht begonnen, weil diese erst mit Bekanntgabe des Bescheids beginnt. Keine Bekanntgabe = kein Fristablauf. Vorteil: Für die Tatsache, dass der Bescheid in der Post verloren gegangen ist und nie eingeworfen wurde, kann das Finanzamt keine Nachweise fordern. Denn wie soll man etwas beweisen, das es nicht gibt?
  2. Steuerbescheid verspätet erhalten: Ist der Steuerbescheid z. B. erst zwei Wochen nach dem Bescheiddatum eingegangen, beginnt die Einspruchsfrist entsprechend später. Allerdings wird das Finanzamt Nachweise für den verspäteten Zugang fordern (z. B. Zeugen, als Sie die Post geöffnet haben), weil hier ein sehr ungewöhnlicher Vorgang behauptet wird.

Unser Rat: Delegieren Sie Steuererklärung inklusive Empfangsvollmacht für die Bescheide an einen Steuerberater. Dann haftet dieser für die Fristbeachtung und muss Ihnen einen etwaigen Schaden ersetzen, wenn eine Frist versäumt wird.


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