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02.01.2004

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Wer ab 2004 mit einer Betriebsprüfung rechnen muss

Eine Betriebsprüfung ist eine lästige Angelegenheit, die viel Zeit und Geld kosten kann. Wie oft Sie vom Betriebsprüfer heimgesucht werden, hängt ganz entscheidend davon ab, in welche Größenklasse Ihre GmbH eingestuft wird.

Der Prüfungsturnus ist sehr unterschiedlich: „Großbetriebe“ trifft es besonders hart. Der Prüfer kommt z. B. bei Fertigungsbetrieben mit über 3,5 Millionen Euro Umsatz automatisch immer alle drei Jahre und prüft dann jeweils die letzten drei Jahre, für die Steuererklärungen abgegeben wurden. Somit werden alle Steuerjahre lückenlos geprüft. Im Steuerfachjargon heißt das „Anschlussprüfung“. Mittelbetriebe hingegen werden - je nach Bundesland - meist nur alle vier bis fünf Jahre geprüft, während bei Kleinbetrieben auch schon mal zehn Jahre und mehr ins Land gehen können.

Diese Größenklassen gelten ab 2004: (Fundstelle: BMF, 09.07.03, nwb 36/03, 2757, BStBl I 03, 403)

                               Großbetriebe   Mittelbetriebe    Kleinbetriebe
Handelsbetriebe   
Umsatzerlöse (Euro) oder   über 6,25 Mio.   über 760 000     über 145 000
steuerlicher Gewinn (Euro)  über 244.000     über 47 000       über 30 000
Fertigungsbetriebe 
Umsatzerlöse (Euro) oder   über 3,5 Mio.     über 430 000    über 145 000
steuerlicher Gewinn (Euro)  über 215.000     über 47 000      über 30 000
Andere Betriebe 
Umsatzerlöse (Euro) oder  über 4,7 Mio.      über 630 000     über 145 000
steuerlicher Gewinn (Euro) über 265 000      über 51 000      über 30 000
Privatpersonen
positive Einkünfte (vor Abzug von Verlusten) über 500 000
   
Prüfungsturnus   Anschlussprüfung  ca. alle 4,3 Jahre  ca. alle 11,1 Jahre
                                alle 3 Jahre        werden jeweils      werden jeweils
                           (d. h. alle Jahre          die letzten            die letzten
                         werden lückenlos        3 Steuerjahre        3 Steuerjahre
                                geprüft)                   geprüft                   geprüft

Können Sie sich auf diese Größenordnungen verlassen? Selbst wenn Sie nach den Größenmerkmalen als „Mittelbetrieb“ gelten, kann es Ihnen passieren, dass auch bei Ihnen eine so genannte „Anschlussprüfung“ stattfindet. Grund dafür können z. B. hohe Nachzahlungen sein, die sich bei der letzten Betriebsprüfung ergeben haben. Sich gegen die Festsetzung einer Betriebsprüfung zu wehren, ist in aller Regel erfolglos.

Wer sonst noch auf der Liste steht: Als „Großbetrieb“ gelten auch alle D-Mark-Einkommensmillionäre, also jeder, dessen Einkommen 500 000 Euro übersteigt.

Beispiel: Herr Schneider bezieht in der Regel Gewinnausschüttungen von etwa 300 000 Euro pro Jahr und erhält außerdem ein Geschäftsführergehalt in gleicher Höhe. Des Weiteren fallen bei ihm Vermietungsverluste in Höhe von ca. 200 000 Euro an. Die Summe der positiven Einkünfte liegt damit über 500 000 Euro, folglich gilt Herr Schneider als „Großbetrieb“ und muss damit rechnen, dass alle drei Jahre nicht nur seine GmbH, sondern auch seine private Steuererklärung lückenlos vom Finanzamt geprüft wird.


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