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14.05.2003

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Was die neue EU-Zinsrichtlinie für Ihre Auslandsanlagen bedeutet

Der EU-Finanzministerrat hat nach zähen Verhandlungen eine Einigung zur so genannten „EU-Zinsrichtlinie“ erzielt. Ergebnis: 12 Mitgliedstaaten der EU - darunter auch Deutschland - führen zum 01.01.04 einen automatischen Informationsaustausch über Zinseinnahmen ein. Ausnahme: Luxemburg, Österreich und Belgien machen hier zunächst nicht mit. Diese Länder haben eine Übergangsregelung ausgehandelt und erheben ab 2004 Quellensteuer auf Zinsen von Steuerausländern ` also unter anderem von Deutschen. Die Schweiz wird sich dieser Regelung anschließen.

Ab 2004 gelten also folgende Quellensteuersätze in Luxemburg, Österreich und Belgien sowie der Schweiz: von 2004 bis 2006: 15 Prozent, von 2007 bis 2009: 20 Prozent und ab 2010: 35 Prozent.
 
Irgendwann soll es überall Kontrollmitteilungen geben: Es wurde festgelegt, dass Luxemburg, Österreich und Belgien ihre Quellensteuer wieder fallen lassen und zum automatischen Informationsaustausch übergehen, sobald die EU mit der Schweiz, Andorra, San Marino, Monaco und Liechtenstein ein Abkommen über Informationsaustausch abgeschlossen hat. Das kann aber noch lange dauern. Weiterer Stolperstein: Die EU-Zinsrichtlinie soll nur dann zum 01.01.04 in Kraft treten, wenn die Drittstaaten (u. a. die Schweiz) die übernommenen Verpflichtungen bis dahin umgesetzt haben.

Für Auslandsanleger bedeutet das: Wer sein Geld in Luxemburg, Österreich sowie der Schweiz angelegt hat, muss ab nächstem Jahr 15 Prozent Quellensteuerabzug von seinen Zinsen hinnehmen. Ehrliche Steuerzahler können diese Zinsen in der privaten Steuererklärung auf der „Anlage AUS“ eintragen und sich auf die deutsche Einkommensteuer anrechnen lassen. Wer es vorzieht, diese Zinseinnahmen nicht zu melden, bekommt natürlich nichts angerechnet. Kontrollmitteilungen aus den oben genannten Ländern gibt es erst einmal nicht. Geldanlagen in Luxemburg, Österreich sowie der Schweiz bleiben also den deutschen Finanzämtern also weiter verborgen.


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