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30.04.2003

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Basel II - Für Ihren Jahresabschluss gelten jetzt verschärfte Anforderungen

Die strengeren Eigenkapitalrichtlinien für Banken - unter dem Stichwort „Basel II“ bekannt geworden - führen auch zu einer strengeren Beurteilung von GmbH-Jahresabschlüssen. Betroffen von dieser Verschärfung sind viele kleine GmbHs, die ihren Jahresabschluss bisher nicht von einem Wirtschaftsprüfer prüfen lassen müssen.

Wann ist Ihre GmbH eine kleine GmbH? Sie unterschreiten an zwei aufeinander folgenden Bilanzstichtagen zwei dieser Merkmale: Bilanzsumme 3,438 Mio. Euro, Umsatz 6,875 Mio. Euro, 50 Arbeitnehmer. Bei kleinen GmbHs waren die Banken bisher recht genügsam. In der Regel reichte ein vom Steuerberater erstellter ungeprüfter Jahresabschluss aus.

Gerade bei Problem-GmbHs weht nun aber ein schärferer Wind: Befindet sich Ihre GmbH in wirtschaftlich schwierigen Verhältnissen, wird die Bank mit einem ungeprüften Jahresabschluss nicht mehr zufrieden sein. Viel mehr wird nun häufig ein „Jahresabschluss mit Plausibilitätsbeurteilung“ verlangt. Bei einem derartigen Jahresabschluss darf Ihr Steuerberater nicht mehr einfach so kritiklos die Angaben Ihrer Buchführung übernehmen, sondern er muss durch Befragung und Stichproben die Plausibilität Ihrer Angaben überprüfen. Die Bundessteuerberaterkammer hat hier einen Katalog von 64 Fragen aufgestellt, die der Steuerberater abarbeiten muss, bevor er die Plausibilität bescheinigen darf.

Was nützt Ihnen ein solcher Abschluss mit Plausibilitätsprüfung? Ihre Bank kann das Rating entsprechend den neuen Anforderungen bei Ihrer GmbH durchführen. Sie können so vielleicht leichter an Kredite kommen. Unter Umständen ist der Jahresabschluss mit Plausibilitätsbeurteilung aber auch die einzige Chance für manche GmbH, überhaupt noch Kredite zu bekommen.

Was kostet das extra? Wenn Ihr Steuerberater die Aufgabe ernst nimmt, wird er für diese Prüfungen ein bis drei Tage zusätzlich brauchen. Die Zusatzkosten können Sie also anhand des Stundensatzes Ihres Beraters hochrechnen (ohne Gebührenvereinbarung maximal 92 Euro je Stunde).

Fazit: Die neue Bankenrichtlinie Basel II stellt erhöhte Anforderungen an Qualität und Aussagekraft von Jahresabschlüssen. Es kann also leicht passieren, dass Ihre Bank schon für den 2002er-Abschluss eine zusätzliche Plausibilitätsbeurteilung mit Erstellungsbericht durch Ihren Steuerberater verlangt. Das kostet zwar erst einmal mehr Geld, bietet aber auch die Chance, dass im Zuge dieser Prüfung vielleicht die eine oder andere Schwachstelle im Unternehmen aufgedeckt und behoben wird.


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