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02.10.2002

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Was tun mit dem Geschäftsführer-Gehalt bei Ertrags- und Liquiditätsproblemen?

Diese Situation hat fast jeder GmbH-Geschäftsführer schon einmal erlebt: Die Geschäfte laufen vorübergehend schlecht, womöglich fällt noch ein großer Kunde aus und das Bankkonto rutscht weit ins Minus.

In dieser Situation möchte man die angespannte Liquiditätssituation nicht noch weiter durch die Auszahlung des Geschäftsführer-Gehaltes belasten.

Viele machen es dann so: Das Gehalt wird einfach ein paar Monate nicht gezahlt, womöglich wird nicht einmal die Lohnsteuer nicht abgeführt. Ist der Engpass durchgestanden, macht man weiter, als sei nichts gewesen.

Vor dieser Vorgehensweise muss gewarnt werden: Untersucht das Finanzamt nämlich diesen Vorgang näher, wird es zu dem Ergebnis kommen, dass die Gehaltsvereinbarung zwischen GmbH und dem Gesellschafter-Geschäftsführer "nicht ernsthaft gewollt und durchgeführt" worden sei. Die Folge: Die Gehaltszahlungen werden nicht mehr als Betriebsausgaben anerkannt, sondern es wird eine steuerlich ungünstige verdeckte Gewinnausschüttung angenommen.

Machen Sie es lieber so: Zahlen Sie das Gehalt nach Möglichkeit aus und führen Sie auch die Lohnsteuer pünktlich ab. Überweisen Sie den Nettobetrag wieder als zinsloses Gesellschafter-Darlehen an die GmbH zurück.

Alternativen: Falls bei Ihnen diese Variante jedoch ausscheidet, sollten Sie sich mit einer „fremdüblichen Stundungsvereinbarung“ retten oder eine Gehaltsherabsetzung bzw. einen `verzicht vereinbaren:

1. Alternative: Stundung

Wenn auf das Gehalt nicht verzichtet werden soll, sondern es lediglich momentan nicht ausbezahlt werden soll oder kann, sollte Folgendes vereinbart werden:

Vereinbarung
zwischen der X-GmbH

und Herrn/Frau Y, Geschäftsführer(in):

Das Geschäftsführer-Gehalt für die Monate von ... bis ... wird in Höhe eines Teilbetrags von (bzw. in voller Höhe) nicht ausbezahlt, sondern bis zum ... gestundet. Die Rückstände werden von der GmbH mit 0,5 % pro Monat verzinst. Sollten die Rückstände insgesamt 20 000 € übersteigen, stellt die GmbH folgende Sicherheiten: .......

Musterhausen, _________

_______________________________ _______________________________
X-GmbH, vertreten durch die Gesellschafter-Versammlung (Unterschriften der Gesellschafter) Geschäftsführer(in)


2. Alternative: Gehaltsherabsetzung bzw. Verzicht

Eine Herabsetzung bzw. ein Verzicht für das Geschäftsführer-Gehalt sollte nur mit Wirkung für die Zukunft erfolgen. Denn ein Verzicht auf bereits entstandene Gehaltsansprüche
- führt nicht zu einem Entfall der Lohnsteuerpflicht
- führt ` sofern die GmbH zahlungsfähig ist ` dazu, dass bei Ihnen als Geschäftsführer steuerlich ein Zufluss des Gehalts angenommen wird, obwohl Sie nichts erhalten haben,
- führt ` sofern die GmbH zahlungsunfähig ist ` zu einem außerordentlichen Ertrag bei der GmbH.

Beispiel: Schon seit Januar wurde das Geschäftsführer-Gehalt nicht mehr ausbezahlt. Am 30.Juni vereinbart der Geschäftsführer einen Gehaltsverzicht. Dieser sollte jedoch erst ab Juli gelten, da ein Verzicht für frühere Zeiträume nichts bringt. Für die nicht ausbezahlten Gehälter (Januar bis Juni) sollte allenfalls eine Stundungsvereinbarung getroffen werden:

Vereinbarung
zwischen der X-GmbH

und Herrn/Frau Y, Geschäftsführer(in):

Das Gehalt wird ab dem .... auf € .... (ggf. bis 0) herabgesetzt.


Musterhausen, _________


_______________________________ _______________________________
X-GmbH, vertreten durch die Gesellschafter-Versammlung (Unterschriften der Gesellschafter) Geschäftsführer(in)

Warnung: Das herabgesetzte Gehalt sollte nicht alsbald wieder heraufgesetzt werden, da das Finanzamt bei einem Zickzackkurs mangelnde Ernsthaftigkeit und Fremdüblichkeit unterstellen könnte. Faustregel aus der Praxis: Heraufsetzung erst wieder zu Beginn des übernächsten Geschäftsjahres.

Beispiel: Die X-GmbH hat ein Geschäftsjahr, das dem Kalenderjahr entspricht. Im Juli 2002 wird das Gehalt des Geschäftsführers herabgesetzt. Eine Erhöhung sollte frühestens per Januar 2004 in Erwägung gezogen werden, um die steuerliche Anerkennung der Gehaltsvereinbarung nicht zu gefährden.


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