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16.09.2002

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So vermeiden Sie die Überschuldung Ihrer GmbH

Das Insolvenzrecht schreibt vor, dass eine überschuldete GmbH Insolvenzantrag stellen muss. Überschuldung liegt vor, wenn die Schulden höher sind als das Vermögen.

Das Praxis-Problem: Wenn die Besitzposten einer GmbH nicht ausschließlich aus Bankguthaben bestehen - was der Regelfall ist - kann man nicht einfach aus der Bilanz ablesen, ob Überschuldung vorliegt oder nicht. Vielmehr ist dafür ein Überschuldungsstatus nötig, in dem die Sachwerte bewertet werden.

Stellen Sie zunächst eine "Fortführungsprognose": Prüfen Sie, ob die Finanzierung Ihrer GmbH gesichert ist und ob sie positive Ertragsaussichten hat. Wenn ja, können Sie eine "positive Fortführungsprognose" stellen und alle Vermögenswerte zu Verkehrswerten ansetzen. Sollten Sie hingegen zu einer "negativen Fortführungsprognose" kommen, müssen Sie Liquidationswerte ansetzen.

Beispiel: Der Y-GmbH geht es nicht besonders. Der Geschäftsführer will daher prüfen, ob sie überschuldet ist. Für das nächste Jahr rechnet er zwar erneut mit Verlusten, aber nicht mit Liquiditätsproblemen. Er kommt deshalb zu einer positiven Fortführungsprognose und setzt im Überschuldungsstatus Verkehrswerte an. Die Gegenüberstellung hat dieses Ergebnis: Summe Aktivposten 530 000 € und Summe Schulden 770 000 €, darin enthalten ein Gesellschafter-Darlehen mit 300 000 €.

Ist die GmbH damit überschuldet? Die Antwort fällt je nach Berücksichtigung des Gesellschafter-Darlehens unterschiedlich aus. Rechnet man es mit, ist die GmbH überschuldet, lässt man es weg, ist die GmbH nicht überschuldet. Hierzu hat der Bundesgerichtshof letztes Jahr klargestellt: Wenn der Gesellschafter schriftlich den „Rangrücktritt“ erklärt, muss ein Gesellschafter-Darlehen beim Überschuldungsstatus nicht mitgerechnet werden. Ergebnis: Die Beispiels-GmbH ist damit nicht überschuldet. (Fundstelle: BGH, 08.01.01, DB 01, 373)

Mit dieser Musterformulierung erklären Sie den Rangrücktritt: "Ich verzichte hiermit auf meine Darlehensforderung gegenüber der Y-GmbH in Höhe von ... Euro, solange die Insolvenzgefahr der Überschuldung oder der Zahlungsunfähigkeit nicht nachhaltig beseitigt ist."


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