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16.08.2002

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Wie lässt sich eine Krisen-GmbH schnellstmöglich entsorgen?

Ein Gesellschafter-Geschäftsführer, dessen GmbH keine Rechnungen mehr bezahlen kann, schläft meist sehr unruhig. Die Gläubiger der GmbH rufen schon am Privat-Anschluss an und drängen auf Begleichung ihrer Rechnungen. Mit zunehmendem Verzug wird der Tonfall immer schärfer.

Manche Geschäftsführer kommen daher auf folgenden Gedanken: Die GmbH ist doch eigentlich eine gesonderte juristische Person, die für ihre Schulden selbst verantworlich ist. Wenn man nur jemand fände, der die GmbH-Anteile übernimmt und einen neuen Geschäftsführer einstellt, wäre man dann nicht alle Probleme los ... ?

Diese Hoffnung nähren solche Inserate in Wirtschaftsblättern: "Sofortige GmbH-Übernahme mit allen Schulden. Sofortige Geschäftsführer-Entlassung" oder so ähnlich heißt es da. Die neueste Variante ist die Sitzverlegung ins Ausland - zum Beispiel nach Spanien - wo angebliche Gesetzeslücken sicher stellen sollen, dass der Gesellschafter-Geschäftsführer endgültig Ruhe von seinen alten GmbH-Schulden hat.

Vor diesen Firmenbestattern kann man jedoch nur warnen: Denn durch Verkauf oder Sitzverlegung einer Krisen-GmbH kann man sich seiner Pflichten als Geschäftsführer nicht entledigen. Hat man als Geschäftsführer der Krisen-GmbH begründete Zweifel, ob der Aufkäufer wirklich die Sanierung der GmbH beabsichtigt, riskiert man Strafverfolgung wegen Insolvenzverschleppung, Betrug, Untreue, betrügerischem Bankrott und vielem mehr, wenn man die GmbH dennoch abgibt. Davor schützt auch eine Sitzverlegung nach Spanien nicht. Es bleiben bei dieser Verfahrensweise nicht nur die alten GmbH-Probleme, sondern es kommen noch viele neue hinzu.

Fazit: Die einzige Chance, eine kranke GmbH los zu werden, ist ein rechtzeitiger Insolvenzantrag in Deutschland. Die Gebühr der Firmenbestatter sollte man sich sparen und lieber in die Beratung durch einen seriösen, erfahrenen Anwalt stecken. Eine folgenlose, rasche GmbH-Entsorgung ist leider Illusion. Ohne strafrechtlichen Folge-`rger geht es nur auf den Pfaden, die Insolvenzordnung und GmbH-Gesetz vorschreiben.


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