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02.04.2015

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Der alte Leasingtrick funktioniert nicht mehr

Ein beliebter Leasingtrick funktioniert so: Man least ein Auto zu überhöhten Leasingraten und erwirbt damit das Recht, den Wagen nach Leasing­ende weit unter Verkehrswert zu kaufen. Zur Verschleierung des Deals tritt dann meistens der Ehepartner oder ein Angehöriger als Käufer auf.

Beispiel: Ein 70.000-Euro-Auto wird für 36 Monate geleast. Die normale Leasingrate wäre 1.000 Euro im Monat. Man zahlt aber freiwillig 2.000 Euro im Monat und darf das Auto dann nach Leasingende statt zum Verkehrswert von etwa 35.000 Euro für schlappe 3.000 Euro kaufen. Die hohen Leasing­raten setzt man ab, und versucht dann aber, den nach Leasingende privat eingeheimsten Vorteil nicht zu versteuern.

Der Bundesfinanzhof kippt das Modell: Die Möglichkeit, das Auto so billig kaufen zu können, ist „ein entnahmefähiges Wirtschaftsgut“ und muss versteuert werden. Im Beispielsfall müsste man also den Unterschied zwischen Verkehrswert und tatsächlichem Kaufpreis des Autos als Gewinn am Leasing­ende wieder versteuern, wodurch der ganze Trick nutzlos wird. (BFH, 26.11.14, X R 20/12, DStR 15, 340)

Unser Rat: Finger weg von solchen Tricks. Schließen Sie Leasingverträge zu einer möglichst niedrigen Rate ab - möglichst über die Bank des Auto­herstellers. Wählen Sie stets Kilometerabrechnung (statt Restwertabrechnung) und hüten Sie sich vor einem „Andienungsrecht“ (Pflicht des Leasingnehmers, das Auto zu überhöhtem Preis kaufen zu müssen).


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