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05.03.2015

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Was Sie 2015 zur Künstlersozialabgabe wissen müssen

Wer muss die Abgabe zahlen? Jedes Unternehmen, das kreative oder künstlerische Leistungen von Einzelpersonen in Anspruch nimmt, sofern für alle zusammen im Kalenderjahr mehr als 450 Euro bezahlt wurden. Das zahlungspflichtige Unternehmen selbst muss keineswegs zwingend in einer künstlerischen Branche tätig sein.

Typische Beispiele: Eine Maschinenbau-GmbH beauftragt einen Web-Designer mit der Neugestaltung der Homepage und einen pensionierten Beamten mit dem Erstellen von Texten für die Homepage, sowie dem Entwerfen einer Firmenbroschüre. Sofern dafür in Summe im Kalenderjahr mehr als 450 Euro ausgegeben wurden, muss die GmbH die Abgabe (derzeit 5,2 Prozent) bezahlen.

Keine Zahlungspflicht: Wird eine Kapitalgesellschaft (z. B. eine GmbH) oder eine Personengesellschaft (z. B. eine OHG) beauftragt, entfällt die Abgabepflicht. Diese greift nur, wenn Einzelpersonen oder eine GbR beauftragt werden.

Neu ab 2015: Bis einschließlich 2014 gab es eine Drei-Leistungs-Grenze. Das heißt, Sie konnten drei verschiedene kreative Leistungen beauftragen, ohne dass Sie - unabhängig von deren Höhe - abgabepflichtig gewesen wären. Ab 2015 gilt eine Grenze von 450 Euro für alle erteilten Aufträge zusammen im Kalenderjahr. Eine Ausnahme gilt davon 2015 nur noch für Veranstaltungen, z. B. Musik- oder Kabarett-Veranstaltungen: Bei bis zu drei Veranstaltungen im Jahr kann wie bisher mehr als 450 Euro gezahlt werden, ohne dass die Abgabe anfällt. Tipp: Buchen Sie „künstlerische“ Leistungen auf ein separates Konto, damit Sie gleich feststellen, wenn die 450 Euro überschritten sind.

Ab 2015 wird lückenlos geprüft: Die Rentenversicherungs-Prüfer hatten ab 2007 die Befugnis, die Künstlersozialabgabe zu prüfen. Ab 2015 MUSS der Prüfer prüfen – ob er will oder nicht.

Gefährliches Erfassungsformular ab 2015: Hier wird gefragt: „Haben Sie alle Entgelte an künstlerisch tätige Personen vollständig gemeldet?“ Vorsicht! Die Antwort darauf ist mit Strafe bedroht. Schreiben Sie also am besten dazu „nach bestem Wissen und Gewissen“, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind. Die Meldung muss bis 31. März abgegeben werden.

Das Zahlungsjahr ist maßgeblich: Maßgeblich ist nicht das Jahr der Rechnungsstellung, sondern das Jahr der Zahlung. Beispiel: Ein Sänger auf der Weihnachtsfeier erhält 500 Euro Honorar. Er schickt die Rechnung noch im Dezember 2014, bezahlt wird sie im Januar 2015. Sie gehört eigentlich erst 2015 gemeldet. Allerdings: Wenn es sonst nichts zu beanstanden gibt, wird der Prüfer bestimmt darüber hinwegsehen, dass Sie eine Leistung dem falschen Jahr zugeordnet haben.

Der Kauf von Kunst ist abgabefrei: Nur das Beauftragen von künstlerischen Leistungen ist abgabepflichtig. Sie beauftragen einen Künstler, ein Gemälde zu malen, das in Ihrem Empfang aufgehängt wird = Abgabepflicht. Sie kaufen ein fertiges Bild – keine Abgabepflicht.

Keine Abgabepflicht bei lediglich firmeninterner Nutzung einer Leistung: Werden Leistungen nur im internen Bereich genutzt, muss man keine Abgabe zahlen. Wenn aber irgendein Externer ebenfalls in den Genuss der künstlerischen Darbietung bzw. des grafischen Erzeugnisses kommt, entsteht bereits Abgabepflicht.

Beispiel: Ein Werbetexter entwirft hausinterne Broschüren, um die Produkte zu erklären = keine Abgabepflicht. Irgendwelche Externen bekommen diese Broschüren doch in die Finger = doch Abgabepflicht. Anderes Beispiel: Auf der Weihnachtsfeier eines großen Unternehmens erhalten Künstler 10.000 Euro Honorar. Es nehmen ausschließlich Betriebsangehörige teil = keine Abgabepflicht. Einige Abteilungsleiter kommen auf die Idee, ein paar gute Kunden einzuladen = Abgabepflicht für das gesamte Künstlerhonorar.


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