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29.06.2006

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Große Reform des GmbH-Rechts geplant

Die gute alte deutsche GmbH ist durch die seit 2003 in Deutschland zugelassene Limited (Ltd.) arg unter Druck geraten. Vor allem das hohe Stammkapital in Höhe von 25.000 Euro stört viele Gründer gewaltig. Nun reagiert der Gesetzgeber endlich. Am 29. Mai wurde ein Entwurf zur Reform des GmbH-Rechts vorgelegt. Der Entwurf ist relativ unumstritten. Sie können also davon ausgehen, dass die Reform 2007 in Kraft treten kann.

Reduziertes Mindestkapital: Das Mindest-Stammkapital der GmbH soll von bisher 25.000 Euro auf 10.000 Euro herabgesetzt werden. Davon müssen dann nur noch 5.000 statt bisher 12.500 Euro in bar eingezahlt werden.

Leichtere Ein-Mann-Gründung: Hier entfällt die derzeit vorgeschriebene Sicherheitenstellung für das nicht eingezahlte Stammkapital. Auch der Ein-Mann Gründer muss also erstmal nur 5.000 Euro locker machen.

Beschleunigung der Registereintragung: Wollen Sie z. B. eine Handwerks-, Restaurantbetriebs- oder Bauträger-GmbH gründen, brauchen Sie eine gewerberechtliche Erlaubnis. Das bremste die Eintragung bisher ungemein, wenn eine der beteiligten Behörden bummelte. In Zukunft soll für die Handelsregister-Eintragung statt der Genehmigung die Versicherung genügen, dass eine beantragt worden ist. Die Genehmigung muss dann innerhalb einer bestimmten Frist nachgereicht werden.

Gründung nur noch per EDV: Handels-, Genossenschafts- und Partnerschaftsregister werden zum 1. Januar 2007 auf elektronischen Betrieb umgestellt. Gründungs-Unterlagen können künftig nur noch elektronisch beim Handelsregister eingereicht werden. Nach wie vor muss jedoch - trotz einiger Kritik - die Beurkundung konventionell beim Notar erfolgen. Ein Tempo-gewinn entsteht aber dadurch, dass dieser die Beglaubigung elektronisch an das Handelsregister übermitteln muss. Handelsregister-Eintragungen sollen ab 2007 für jedermann über das Internet einsehbar sein.

Öffentliche Gesellschafterliste: In Zukunft kann nur jemand GmbH-Gesellschafter sein, der in die öffentliche Gesellschafterliste eingetragen ist. So können Dritte einfach nachvollziehen, wer hinter der Gesellschaft steht.

Verlegung des Verwaltungssitzes ins Ausland: Das ist bei der GmbH bisher nicht möglich, was sich auch ändern soll. Wer will, kann also eine Auslandstochter in der Rechtsform der vertrauten GmbH führen.

Leichtere Teilbarkeit von Stammeinlagen: Bisher muss jede Stamm-einlage durch 50 Euro teilbar sein, künftig nur durch einen Euro.


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