Tipp der Woche

Zum PDF Archiv

04.08.2015

Als PDF herunter laden

Was die neuen Digital-Buchungsgrundsätze bedeuten

Schon vor 20 Jahren veröffentlichte das Bundesfinanzministerium „Grundsätze ordnungsmäßiger DV-gestützter Buchführungssysteme“ (GOBS), und Anfang der 2000er-Jahre kam dann der digitale Datenzugriff der Betriebs­prüfer dazu (GDPDU). Diese beiden Vorschriften wurden nun in den GOBD („Grundsätze zur ordnungsgemäßen Führung von Büchern in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff“) zusammengefasst. (BMF, 14.11.14, BStBl. I 14, 1450)

Kritik: Die vom Ministerium entwickelten GOBD sind teilweise ohne gesetzliche Absicherung. Sie gehen über das HGB und die Abgabenordnung zum Teil weit hinaus. Wer die Grundsätze aber nun bei Betriebsprüfungen ab dem Steuerjahr 2015 nicht beachtet und sich dabei darauf beruft, dass die Anforderungen der GOBD teilweise ohne gesetzliche Grundlage sind, könnte Ärger mit dem Betriebsprüfer bekommen. Dieser könnte - gesetzliche Grundsätze hin oder her - unter Umständen die Buchhaltung als „nicht ordnungsgemäß“ verwerfen und Hinzuschätzungen zum Umsatz und Gewinn vornehmen.

Hier einige ausgewählte wichtige Punkte des Schreibens:

Kostenstellen:
Auf diese darf das Finanzamt elektronisch zugreifen, soweit sie zur Erläuterung steuerlicher Sachverhalte notwendig sind. (Rz. 5)

Buchungen erst nach Ablauf des Monats: Wenn man eingehende und ausgehende Rechnungen nicht laufend, sondern in einem Schwung für den ganzen Monat verbucht, dann ist es in Ordnung, wenn das bis zum Ablauf des folgenden Monats passiert. Es muss dann aber sichergestellt sein, dass Unterlagen bis zur Erfassung nicht verloren gehen, zum Beispiel durch laufende Nummerierung der eingehenden und ausgehenden Rechnungen. (Rz. 50)


Erforderliche Bestandteile einer Buchung laut GOBD sind (Rz. 77):

  • eine eindeutige Belegnummer,
  • die Belegaussteller und –empfänger,
  • der Betrag, bzw. Mengen- und Wertangaben,
  • eine Währungsangabe und der Wechselkurs bei Fremdwährung,
  • ein Buchungstext mit hinreichender Erläuterung des Geschäftsvorfalls und
  • das Belegdatum.

 


zurück