Tipp der Woche

Zum PDF Archiv

22.10.2012

Als PDF herunter laden

Teure Irrtümer über die Pauschalsteuer auf Geschenke

Seit 2007 gibt es die Möglichkeit, Geschenke an Arbeitnehmer und Geschäfts­partner mit 30 Prozent Steuer zu pauschalieren. Betriebsprüfer fordern nun gerne auf den gesamten Aufwand für Geschenke diese Steuer - und nutzen aus, dass bei vielen Unternehmern Irrtümer über das Thema herrschen.

Irrtum 1 – man muss diese Steuer bezahlen: Nein, das müssen Sie nicht. Es handelt sich um ein reines Wahlrecht. Der Prüfer droht natürlich gern damit, dass er ansonsten Kontrollmitteilungen ausstellen wird, die bei den Empfängern zur Nachversteuerung der Geschenke führen. Ob Sie pokern wollen und es darauf ankommen lassen, müssen Sie selbst entscheiden. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Prüfer seine Drohung wahr macht, ist bei wenigen teuren Geschenken deutlich höher als bei Hunderten von 20-Euro-Geschenken. Denn der Prüfer hätte dann einen enormen Arbeitsaufwand, aber keinerlei Nutzen für seine Prüfungsstatistik.

Irrtum 2 – man kann sich die teuersten Geschenke zum Pauschalieren aussuchen:
Das geht nicht. Entweder Sie pauschalieren die Steuer für alle Geschenke (über zehn Euro netto) eines Jahres einheitlich oder für gar keine. Es ist nicht möglich, günstige Geschenke, zum Beispiel für 30 Euro, nicht zu versteuern, und sich dafür nur ein paar wertvolle 200-Euro-Geschenke rauszupicken. Differenzieren darf man aber sehr wohl zwischen Geschenken für Arbeitnehmer einerseits und Geschenken an Geschäftspartner andererseits.

Irrtum 3 – alle Geschenke sind steuerpflichtig: Geschenke bis zehn Euro netto gelten als „Streuwerbeartikel“ und sind beim Empfänger nicht steuerpflichtig. Demgemäß muss auch keine Pauschalsteuer dafür bezahlt werden. Tipp: Geschenke bis zehn Euro in der Buchhaltung am besten gleich auf ein extra Aufwandskonto „Streuwerbeartikel“ buchen.

Irrtum 4 – die Pauschalsteuer ermöglicht den Betriebsausgabenabzug für die Geschenke: Geschenke an Geschäftspartner sind grundsätzlich nicht abzugsfähig. Eine Ausnahme gilt nur für Geschenke bis 35 Euro netto pro Jahr und Empfänger. Wenn Sie einem Geschäftspartner ein Geschenk für 100 Euro machen, nutzt Ihnen auch die Pauschalsteuer nichts – weder das Geschenk selbst noch die Pauschalsteuer ist als Betriebsausgabe abzugsfähig.

Irrtum 5 – die Pauschalsteuer führt bei Arbeitnehmern zur Sozialversicherungsfreiheit: Falls Sie einem Mitarbeiter eine schöne Reise schenken oder dergleichen (Geldgeschenke sind ausgeschlossen), können Sie die Steuer dafür mit 30 Prozent pauschalieren. Sozialabgaben fallen aber trotzdem an. Außer der betreffende Mitarbeiter liegt schon oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze, sodass weiterer Arbeitslohn ohnehin nicht zur Sozialabgabenpflicht führt.


_____________________________________________________
Möchten Sie den kompletten IZW-Beratungsbrief, dem diese Leseprobe entnommen ist, kostenlos testen? http://www.izw.info/index.php/page/7/title/Kunde_werden.htm


zurück