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06.02.2012

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Gefährliches neues Formular zur Umsatzsteuer-Voranmeldung

Viele Unternehmen schlampen bei der Deklaration von Exporten in andere EU-Länder. Deshalb hat das Bundesfinanzministerium ein neues Formular mit dem sperrigen Namen „Aufforderung zur Abgabe einer berichtigten Umsatzsteuer-Voranmeldung/-erklärung nach § 18 b UStG“ ins Leben gerufen. Es soll ab 2012 automatisiert verschickt werden, wenn sich Diskrepanzen zwischen der so genannten ZM („Zusammenfassende Meldung“) und der Umsatzsteuervoranmeldung ergeben haben.

Hintergrund: Lieferungen in andere EU-Länder sind umsatzsteuerbefreit. Die Umsatzsteuer muss der Leistungsempfänger im Bestimmungsland bezahlen. Damit die EU-Finanzbehörden dies überprüfen können, müssen Sie in der „Zusammenfassenden Meldung“ die Umsatzsteuer-ID-Nummer des EU-Kunden angeben. Es gilt also: Kein EU-Export ohne Angabe des Kunden in der ZM.
 
Typischer Auslöser für den Versand des Formulars: Ein Unternehmen gibt in der Umsatzsteuervoranmeldung Exportlieferungen in andere EU-Länder an, die „Zusammenfassende Meldung“ passt aber nicht damit zusammen. Das Formular enthält auch gleich eine Drohung, falls man die fehlenden Angaben nicht nachmeldet: „Sollten Sie dieser Verpflichtung nicht nachkommen, gehe ich davon aus, dass Sie die Steuerbefreiung für innergemeinschaftliche Lieferungen nach § 6a Umsatzsteuergesetz zu Unrecht in Anspruch genommen haben.“

Auf gut Deutsch:
Sie zahlen 19/119 Mehrwertsteuer nach. Bei 50.000 Euro EU-Export knapp 8.000 Euro.

Unser Rat: Achten Sie darauf, dass Sie in Ihrer Buchhaltungssoftware bei jedem EU-Kunden mit Sitz außerhalb Deutschlands die korrekte Umsatz­steuer-ID-Nummer in den Debitoren-Stammdaten hinterlegt haben. Die USt-ID-Nummer können Sie hier überprüfen: evatr.bff-online.de . Wenn Sie dann auch noch korrekt buchen, sollte Ihre Software in der Lage sein, Umsatzsteuervoranmeldungen und „Zusammenfassende Meldungung“ ohne Diskrepanzen abzugeben.

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