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29.01.2009

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Ab Februar 2009 keine Zeitwertkonten mehr bei Geschäftsführern und Gesellschaftern

Im Zuge des bereits verabschiedeten "Gesetzes zur Verbesserung sozialrechtlichen Absicherung flexibler Arbeitszeitregelungen" (Flexi-II-Gesetz) weist das Bundesfinanzministerium darauf hin, dass Zeitwertkonten bei Geschäftsführern grundsätzlich nicht mehr anerkannt werden sollen. (BMF, 27.01.09,  IV C 5 - S 2332/07/0004)

Überraschung: Bisher ging man davon aus, dass das Verbot nur beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer betreffen würde. Doch das Verbot betrifft auch Fremd-Geschäftsführer und solche mit Minderheitsbeteiligung. Daneben betrifft es beherrschende Gesellschafter, die zwar nicht als Geschäftsführer, aber in einer anderen Stellung in der GmbH tätig sind.

Hintergrund: Der „Witz“ an den Zeitwertkonten war die – im Extremfall um Jahrzehnte – verzögerte Versteuerung des Gehalts. Beispiel: Ein Geschäftsführer sagt zu seiner GmbH: „Die Hälfte meines Gehalts in diesem Monat lasse ich mir nicht jetzt auszahlen, sondern nächstes Jahr oder gar erst nach meiner Pensionierung.“ Bis dahin konnte der Gehaltsanspruch – einstweilen unversteuert – verzinslich in der GmbH angelegt werden. Das nicht ausgezahlte Gehalt wurde aber trotzdem bei der GmbH Steuer mindernd als Aufwand verbucht.

Das geht nun nicht mehr: Ab 1. Februar wird das nicht mehr anerkannt. Allerdings gilt eine Vertrauensschutzregelung für Zeitwertkonten-Modelle, die bis zum 31. Januar 2009 eingerichtet wurden. Hier sind alle Zuführungen bis zum 31. Januar 2009 erst bei Auszahlung zu versteuern – sofern sie nicht von vornherein „verdeckte Gewinnausschüttungen“ waren.


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