/images/gmbhp-home-image1.jpg

IZW Tipp-Datenbank -

Ohne langes Lesen verständlich für Sie zusammengefasst.

Jetzt bis 31.07.16 kostenlos testen, denn als Abonnent haben Sie unbegrenzten Zugriff auf alle Tipps! Zur Leseprobe

Tipps suchen...
Zum PDF Archiv

07.08.2014

Als PDF herunter laden

Wegen Urlaubsgeld die 450-Euro-Grenze überschritten

E-Mail von Werner W. aus Bielefeld an die Redaktions-Hotline: „Bei einer Sozialversicherungs-Prüfung wurde bei den Minijobbern festgestellt, dass es wegen Urlaubsgeldzahlungen zu einer Überschreitung der 450-Euro-Grenze gekommen ist. Die geringfügigen Beschäftigungen wurden daraufhin aufgehoben und als versicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse bewertet. Bei der Bundesknappschaft wurde der Beitrag korrigiert und zurückerstattet und dafür wurden die „normalen“ Sozialversicherungs-Beiträge in Höhe von ca. 42 Prozent abgeführt. Meine Fragen:

  1. Wir können die Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung nicht vom Arbeitnehmer zurückfordern, weil deren Einkommen unterhalb der Pfändungsfreigrenze liegt. Zum Teil sind die Arbeitnehmer auch bereits ausgeschieden. Entsteht dadurch ein weiterer geldwerter Vorteil, der wiede­-rum eine Beitragspflicht in der Sozialversicherung auslöst?
  2. Welche Auswirkungen hat die Sozialversicherung-Prüfung auf die Lohnsteuer?
  3. Auch steuerlich möchten wir unsere geringfügig Beschäftigten keiner Mehrbelastung aussetzen! Gibt es hierfür Pauschalierungsmöglichkeiten?"

IZW antwortet: Ein geldwerter Vorteil für einen Arbeitnehmer liegt nur vor, wenn Sie dem Arbeitnehmer willentlich Vorteile zuwenden, die Sie nicht zuwenden müssten. Das ist aber hier nicht der Fall, denn man kann Sozial­versicherungsbeiträge nur sehr begrenzt vom Arbeitnehmer nachfordern (§ 28 g SGB IV).

Sie können den unterbliebenen Abzug nur bei den drei nächsten Lohn- oder Gehaltszahlungen nachholen. Ist das nicht mehr möglich oder ist der Abzug begrenzt, weil sonst die Pfändungsgrenze unterschritten wird, haben Sie ja gar keine Möglichkeit, die Beiträge nachzuerheben. Wenn Sie aber rechtlich gar nicht die Möglichkeit haben, den Arbeitnehmer in Regress zu nehmen, wird hierin auch kein steuer- und beitragspflichtiger Vorteil gesehen.

Lohnsteuer: In der Tat ist die Pauschalierung nach § 40a EStG nur möglich, wenn eine geringfügige Beschäftigung vorliegt (§ 8 Abs. 1 Nr. 1 oder § 8a SGB IV). Sie könnten nun allenfalls versuchen, sich mit dem Prüfer auf eine Pauschalierung nach § 40 Abs. 1 EStG zu einigen (viel teurer!), falls Sie nicht wollen, dass die Arbeitnehmer in Regress genommen werden.


zurück