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12.03.2014

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Daten und Fakten zum Fall Hoeneß

Der Fall Hoeneß ist der spektakulärste Steuerhinterziehungsfall der deutschen Geschichte. Manche Zusammenhänge sind schwierig - wir wollen hier ein paar Dinge erhellen. Hoeneß' Steuerakten liegen uns natürlich nicht vor - über ein paar Zusammenhänge kann man daher nur mutmaßen.

Was wurde aus dem 118-Millionen-Verlustvortrag bei der Reuschel-Bank? Laut Stern (Quelle: http://www.stern.de/sport/fussball/steuerfall-uli-hoeness-bayern-praesident-meldete-118-millionen-euro-verlust-2085640.html) hatte Hoeneß per Ende 2008 bei der Münchner Reuschel-Bank einen Verlustvortrag von 118 Millionen. Da hätte man doch die Zinserträge in der Schweiz verrechnen können? Vermutlich sind diese Verluste schon sehr viel früher aufgelaufen und wurden Jahr für Jahr ungenutzt fortgeschrieben. Klar, denn er hat die Schweizer Gewinne ja nicht angegeben. Wenn man bedenkt, dass das Vontobel-Depot in der Schweiz bis 2005 auf 150 Millionen angestiegen sein soll, (Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/hoeness-prozess-steuerfahndung-nennt-27-1-millionen-steuerschuld-a-958087.html) könnte die Differenz mit dem Verlustvortrag in etwa den Hinterziehungsbetrag erklären.

Per Saldo machte Hoeneß nur Verluste - warum muss er dann überhaupt Steuern zahlen? Die als Zeugin berufene Steuerfahnderin meinte: "Nach 2006 ging es abwärts. Ende 2010 ist nicht mehr sehr viel von den Gewinnen da, was leider an der Steuer nichts ändert." (Quelle: s.o.) Wie kann das sein? Das liegt an 2 Faktoren: Erstens sind Verluste aus Veräußerungsgeschäften nicht mit anderen Einkünften verrechenbar, andererseits ist zwar der Verlustvortrag unbegrenzt möglich, der Rücktrag war jedoch bis 2011 auf 1,023 Mio bei Ehepaaren begrenzt (heute 2 Mio p.a.).

Beispiel: X (verheiratet) zockt an der Börse und macht 2010 20 Millionen Veräußerungsgewinne und 2011 20 Millionen Veräußerungsverluste. Per Saldo hat er nichts verdient. Er kann aber von den 2011er Verlusten nur gut eine Million zurücktragen und muss die übrigen 19 Millionen in 2010 versteuern. Ihm bleibt zwar ein Verlustvortrag per 31.12.2011 von 19 Millionen, den er aber nur mit neuen Veräußerungsgewinnen verrechnen kann. Wenn er solche nicht mehr hat - z. B. weil er das Zocken einstellt - verpufft dieser Verlustvortrag nutzlos. So ähnlich wird es wohl mit Hoeneß' Verlusten nach 2006 gewesen sein.


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