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21.01.2011

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Mindern Sie mit Rückstellungen Ihre Steuerlast

Liste mit allen gängigen Rückstellungsarten, die Ihr Unternehmen zum Steuern sparen nutzen kann

Wenn Ihr Unternehmen mit zukünftigen Belastungen in ungewisser Höhe rechnen muss, dann müssen Sie dafür in der Bilanz Gewinn und Steuer mindernde Rückstellungen bilden. Voraussetzung: Diese Verpflichtung muss durch die Geschäftstätigkeit des abgelaufenen Jahres oder in der davor liegenden Zeit wirtschaftlich verursacht worden sein.

Wissen Sie genau, wie viel hier auf sie zukommt - zum Beispiel weil schon eine Rechnung vorliegt - buchen Sie eine Verbindlichkeit ein. Kennen Sie den exakten Betrag noch nicht genau, bilden Sie eine Rückstellung.

Viele Unternehmer verschenken hier bares Geld, weil ihnen die vielfältigen Gründe gar nicht bekannt sind, für die Rückstellungen gebildet werden müssen. Deshalb finden Sie im Folgenden eine Auflistung aller wichtigen Rückstellungsarten mit Beispielen.

Die Liste ist nicht abschließend und kann es auch gar nicht sein. Denn die Gründe, aus denen zukünftige, ungewisse Verpflichtungen entstehen können, sind so vielfältig wie das Leben selbst. Falls bei Ihnen ein Fall vorliegt, der so ähnlich gelagert ist wie in der Beispielsliste, fragen Sie
Ihren Steuerberater um Rat.

Übrigens: Rückstellungen für „drohende Verluste“ sind steuerlich nicht abzugsfähig, manche Rückstellungen müssen auf den Barwert abgezinst werden.

Warnhinweis: Rückstellungen mindern den Gewinn. Dieser Umstand erfreut das ertragsstarke Unternehmen, während er das Krisen-Unternehmen beunruhigen kann. Sie haben jedoch kein Wahlrecht. In der Handelsbilanz, die Sie der Bank einreichen, müssen zwingend alle begründeten Rückstellungen enthalten sein. Wer hier vorsätzlich bestimmte Rückstellungen weglässt, weil ihm der Gewinnsenkungseffekt zu weit geht, kann in ernste Schwierigkeiten kommen (Bußgeld oder Strafe).

 

Rückstellung

 

Beispiele Trifft bei Ihnen zu?
Abraumbeseitigung

 

Kommt vor allem bei Bauunternehmen/Kiesabbau­firmen vor, die große „Schuttberge“ aufhäufen,
bei denen eine rechtliche Verpflichtung zur Beseitigung besteht (im folgenden Geschäftsjahr)
o

 

Abfindungen, Sozialpläne, Vorruhestandsleistungen, Lohnfortzahlung, Mutterschutz

Sind bei Ihnen bis zum Bilanzstichtag Ereignisse eingetreten, aus denen derartige Zahlungen resultieren könnten? o

 

Altersteilzeit

 

Frau X ging am 01.01.06 in ein Altersteilzeit-Blockmodell. 2006 bis 2007 arbeitet sie noch voll, 2008 und 2009 ist sie in der Freistellungsphase und geht per 01.01.10 in Rente. 2008 und 2009 muss der Arbeitgeber insgesamt 60.000 Euro an Frau X zahlen. Dann muss der Arbeitgeber per 31.12.06 eine Rück­stel­lung in Höhe von 30.000 Euro bilden und diese zum 31.12.07 auf 60.000 Euro aufstocken. 2008 wird die Rückstellung auf 30.000 Euro reduziert und 2009 aufgelöst. o

 

Altlasten oder Umweltschutzrisiken

 

Verseuchtes Erdreich/Queck-silber/usw. o
Archivierung

 

Raumkosten des Archivs wie Abschreibung oder Miete, Reinigung, Heizung, Strom Instandhaltung, Gebäude­versicherung oder Grund­steuer. Setzen Sie einfach die Fläche des Archivs in Relation zur Gesamtfläche.

Einfacher: Sie vervielfachen die jährlich anfallenden Kosten mit dem Faktor 5,5. Das entspricht der durch­schnittlichen Rest­auf­be­wah­rungs­dauer.

o

 

Aufwendungen für Garantieleistungen

 

Verfahren Sie hier genauso wie bei den Kulanz­rückstellungen. o

 

Aufwendungen für Kulanzleistungen

 

Sie bessern regelmäßig ohne rechtliche Verpflichtungen bei Kunden nach? Berechnen Sie das Verhältnis zwischen Ku­lanz­­leistung und Umsatz und bilden Sie die Rückstellung. o

 

Ausgleichsansprüche von Handelsvertretern: Sind hier noch Schulden offen gegenüber ausgeschiedenen Handelsvertretern? Provisionen, Ausgleichsansprüche, usw.

 

o

 

Ausstehende Rechnungen: Rechnen Sie noch mit dem Eingang von Rechnungen, die das abgelaufene Geschäftsjahr betreffen?

 

Sind bis zur Bilanzerstellung Rechnungen für erbrachte Lieferungen oder Leistungen noch nicht eingegangen, müssen in Höhe der voraus­sichtlichen Rechnungsbeträge Rückstellungen gebildet werden. o

 

Berufsgenossenschaft

 

Hier kommt der Bescheid oft recht spät. Falls er bei Bilanz­erstellung noch nicht da ist, bilden Sie eine Rückstellung in geschätzter Höhe. o

 

Bonus/Rabatte: Müssen Sie Ihren Kunden noch Bonuszahlungen bzw. nachträgliche Rabatte gewähren?

Rückstellung zulässig

o

 

Bürgschaften: Müssen Sie damit rechnen, aus Bürgschaften in Anspruch genommen zu werden?

 

Ihr Unternehmen hat sich für fremde Verpflichtungen verbürgt und die Inanspruchnahme droht. o

 

Drohende Verluste: Haben Sie Verträge abgeschlossen, die noch nicht abgewickelt sind, bei denen aber mit einem Verlust gerechnet werden muss (Achtung: Steuerlich nicht abzugsfähig) ungünstige Lieferverträge, überteuerte Mietverträge usw.

 

o

 

Jahresabschluss

 

Ihre  Steuerkanzlei bucht hier automatisch deren eigenes Honorar ein. Aber die Position lässt sich erweitern um interne Kosten, wie z. B. Lohnkosten von Mitarbeitern, die an der Inventur mitwirken. Genauso das Gehalt des Buchhalters, der 2008 ein paar Wochen lang dem Wirt­schafts­prüfer oder Steuer­berater Rede und Auskunft zu Vorjahres-Sachverhalten stehen muss. o

 

Jubiläumsgratifikationen für Arbeitnehmer

 

Rückstellungen können nur für rechtlich bindende Zusagen unter den Voraus­setzungen des § 5 Abs. 4 EStG gebildet werden o

 

Lizenzgebühren: Rechnen Sie damit, dass Sie noch Lizenzgebühren nachzahlen müssen?

Rückstellung zulässig

o

 

Noch zu erbringende Leistungen: Müssen Sie für bereits abgerechnete Leistungen noch selber tätig werden? Nachbesserungen, Prüfungen usw.

 

o

 

Produkthaftpflichtrisiken

Einzelrückstellung/bei Branchenerfahrung Pauschalrückstellung

o
Prozesskostenrisiken

 

Falls Sie verklagt wurden oder auch selber klagen, lassen Sie sich von Ihrem Rechtsanwalt die voraus­sicht­lichen Prozesskosten mitteilen. o

 

Prozessrisiken

 

Falls Sie jemand verklagt, müs­sen Sie in Höhe der For­de­rung eine Rückstellung bilden, egal ob die Klage Erfolg ver­spre­chend oder aussichts­los ist. o

 

Rekultivierungskosten (z. B. Kiesabbau usw.) Siehe Abraumbeseitigung o
Rücknahmeverpflichtungen

 

Kauf auf Probe, Möglichkeit der Ausübung eines Kündi­gungsrechts von Kunden o

 

Schadensersatz, der durch Ihre wirtschaftliche Tätigkeit bis zum Bilanzstichtag verursacht war

 

Hier sind von Ihrem Unternehmen verursachte Schäden relevant, für die kein Versicherungsschutz besteht. o

 

Schwerbehindertenabgabe

 

o

 

Steuernachzahlungen für das Bilanz-Jahr

 

Gewerbe-, Körperschaftsteuer

(nicht rückstellungsfähig)
Hinweis: Körperschaftsteuer-Rückstellung ist schon seit jeher nicht als Betriebs­ausgabe abzugsfähig. Zudem ist auch die Gewerbesteuer seit 2008 nicht mehr abzugs­fähig

o

 

Tantiemen usw.: Müssen Sie noch für das abgelaufene Geschäftsjahr Tantiemen, Gratifikationen oder ähnliches auszahlen?

 

Geschäftsführer-Tantiemen, Prämien, die erst im Zuge der Bilanzaufstellung berechnet werden können. o

 

Unterlassene Instandhaltungen: Haben Sie innerhalb von drei Monaten nach dem Bilanzstichtag Reparaturen oder Instand­haltungen, die überfällig waren, nachgeholt?

 

Undichtes Dach bis März des Folgejahres repariert.

 

Defekte Firmenautos bis März des Folgejahres repariert.
o

 

Urlaubsrückstellung: Listen Sie alle Arbeitnehmer mit Bruttogehalt und den noch offenen Urlaubstagen zum Bilanzstichtag auf.

 

Übrigens: Fest vereinbarte
13. Monatsgehälter sind ebenfalls (anteilig) in die Urlaubs-Rückstellungen mit einzurechnen. Das spart Ihnen noch mehr Steuern.

(FG Rheinland-Pfalz, 15.03.06, KÖSDI 2006,15149; Lexinform 5002525, DStRE 07, 139)

o

 

Weihnachtsgeld bei abweichendem Geschäftsjahr

 

Läuft Ihr Wirtschaftsjahr z. B. vom 01.07. bis 30.06., müssen Sie die bis dahin ver­dienten Weihnachtsgelder erfassen. o

 

Weitere Verpflichtungen aus Arbeitsverhältnissen Nachzahlungen aufgrund eines arbeitsrechtlichen Prozesses o

 

Wiederherstellungsverpflichtungen bei Mietverhältnissen

 

Sie haben Umbauten an Mieträumen vorgenommen.

Zu Mietvertragsende müssen Sie diese entfernen. Bilden Sie eine entsprechende Rück­stellung. Diese können Sie aber jedes Jahr nur anteilig aufstocken. (Nieder­sächsi­sches Finanz­gericht, 15.09.88, DATEV)

o

 

Wirtschaftsprüfer: Müssen Sie den laufen­den Jahresabschluss von einem Wirtschafts­prüfer oder vereidigten Buchprüfer prüfen lassen? Falls ja, bitte teilen Sie Ihrem Steuerberater die voraus­sichtlichen Kosten mit. o

 

 

 


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